Der Nutzen von Zahnseide ist bis heute nicht bewiesen. Eher lasse sie Zahnfleisch bluten.
Es gibt keine Studien, die belegten, dass die Zahnseide einen Nutzen für uns hat. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien darüber.
Die Vergleichsstudie der unabhängigen Cochrane Collaboration belegt: Es würde auch Karies geben trotz Zahnseide, und zudem wird das Risiko für eine Gingivitis nur minimal reduziert. Ebenso ist die Plaquereduktion nicht aussagekräftig.
Also wurde die Empfehlung aus den Gesundheitsrichtlinien der USA rausgenommen.
Jetzt meldet sich die ADA zu Wort. Dies sei eine Fehlinterpretation und wir dürfen nicht aufhören Zahnseide zu nutzen.
Sie „poliert das Gewissen“ und allein die Anwesenheit reicht aus, um uns überhaupt an die Zahnpflege zu erinnern.
Genauso gibt es keine Studie die beweist, dass Zahnseide einen Schaden verursacht -solange sie korrekt benutzt wird.
Tatsache ist, dass die Zahnbürste allein nur ca 70% der Zahnflächen erreicht.
Es gibt zahlreiche Zahnbürsten mit hoch-tief Borsten oder elektrische Bürsten die uns die Zahnzwischenraumreinigung erleichtern, oder gar abnehmen sollen.
Lest dazu auch gern den Artikel „Handzahnbürste vs. Elektrischezahnbürste“
Mit Wasser den Mund ausspülen bringt auch nicht viel.
Der Biofilm ist nach ca. 48 Stunden so strukturiert, dass er sich nicht einfach wegspülen lässt.
Somit sind auch Mundduschen nur wenig effektiv.
Sie können dabei helfen Nahrungsreste aus den Zwischenräumen zu entfernen.
Sind aber ungeeignet um den bakteriellen Biofilm zu entfernen.
Hier ist gut zu erkennen warum die Interdentalbürsten effektiver sind.
Die Bürste erreicht selbst die Stellen, die sich der Reinigung entziehen wollen.
Wichtig ist: Das Bürstchen muss angepasst werden.
Und das können die Patienten nicht selber. Zumindest in den seltensten Fällen.
Die Anpassung sollte also durch den Zahnarzt, DH oder ZMP erfolgen.
Es gibt dazu viele tolle Messsonden, die uns die Auswahl erleichtern.
Es gibt Interdentalbürsten in verschiedenen Größen und Formen.
Richtig angepasst können sie uns und unsere Patienten dabei unterstützen, Karies und Gingivitis vorzubeugen.
In der S3-Leitlinie für „Häusliches mechanisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis“ wurde dies genau untersucht.
Wie sieht die Reinigung bei Implantatpatienten aus?
Möchtet ihr euren Implantatpatienten Interdentalbürschten empfehlen, dann sollte der Draht mit Kunststoff ummantelt sein.
Bei Implantaten die eine herausnehmbare Prothese tragen, ist die Reinigung mittels Bürstchen gut geeignet.
Schwieriger wird es bei Brückenkonstruktionen oder Stegverbindungen.
Hier ist ein Einzelimplantat mit einer Krone zu sehen.
Bei einzelnen Implantaten oder Brückenversorgungen empfiehlt sich eher die Reinigung mit Superfloss.
Das Implantat ist dem „normalen“ Zahn nicht ähnlich.
Während wir bei einem bleibenden Zahn einen fließenden Übergang von der Zahnkrone zu dem Zahnhals haben, ist das Abutment eines Implantates sehr schmal.
Somit muss der Zahntechniker die Suprakonstruktion (Implantatkrone) sehr bauchig gestalten um ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen.
Das Superfloss hat einen starren Anfang und lässt sich super einfädeln.
Damit kann unter die Krone bis zum Abutment gereinigt werden.
Allerdings ist die Handhabung nicht leicht.
Die Reinigung der Interdalräume muss mechanisch erfolgen.
Mundduschen oder Mundspülungen sind nicht effektiv genug.
Denn der Biofilm ist so strukturiert, dass er sich nicht einfach wegspülen lässt.
Das effektivste Hilfsmittel ist das Interdentalbürstchen.
Es gibt sie in vielen Formen und Größen. Mit langem oder kurzen Stiel.
Tannenbaumförmig oder Zylinderförmig.
Richtig angepasst können sie Karies und Zahnfleischerkrankungen verhindern.
Der Patient sollte gut instruiert und die Handhabung sollte während der Prophylaxesitzung geübt werden.
Viele Patienten fragen spätestens jetzt:
„Was ist mit dem Kontaktpunkt?“
Das ist häufig der Grund, warum fleißige Patienten Interdentalbürsten und Zahnseide nutzen.
Der Kontaktpunkt (sofern vorhanden) reinigt sich teilweise von allein.
Durch den Speichelfluss und die Eigenbewegung der Zähne können wir sicher sein, dass am Kontaktpunkt keine Karies entstehen wird.
Eigenbewegung der Zähne?
Tatsächlich bewegen sich unsere Zähne ein Leben lang.
Unsere Zunge sorgt zusätzlich für Bewegungen, indem sie die Laute beim sprechen hinter den Zähnen formt.
Aber der Aufbau unserer Zähne könnte ein eigener Blogartikel werden.
Zurück zum Thema.
Doch trotzdem gibt es auch Patienten, denen es durch z.B. Zahnengstand nicht leicht gemacht wird.
Bevor diese Patientengruppe keine Reinigung der Zwischenräume durchführt, sollten diese lieber die Zahnseide nutzen.
Zahnseide gibt es in gewachst und ungewachst, mit und ohne Fluorid.
Erste Wahl sollte hier die ungewachste Variante sein.
Dann gibt es noch Zahnseide-Sticks, Picks und Hölzchen.
All diese Hilfsmittel können genutzt werden, wenn Interdentalbürste oder Zahnseide nicht anzuwenden sind.
Denn wir sind doch alle froh, wenn unsere Patienten überhaupt die Zahnzwischenräume pflegen.
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