„Zahnschmelz einfach drauf putzen!“
Ja, wie cool wäre das denn?
Wir könnten soviel Süßes essen wie wir möchten, und müssten nie wieder Zahnseide und Interdentalbürstchen nutzen.
Einfach hinterher die Zahnpasta mit flüssigem Zahnschmelz drauf und fertig.
Ebenso soll die Neubildung von Plaque verhindert werden, Gingivitis und Parodontitis reduziert werden und Mundgeruch sowie Zahnstein nicht mehr vorkommen.
Denkste!
In der Praxis werde ich oft gefragt, was ich denn von so einer Zahnpasta halte und ob das wirklich geht.
Bis heute ist es nicht möglich Zahnschmelz im Mund zu „züchten“.
In vitro allerdings schon.
Ich nehme euch heute mit und teile meine Erfahrungen mit euch.
Zahnschmelz ist das härteste Gewebe im menschlichen Körper
Besteht hauptsächlich aus Verbindungen von Calcium, Phosphor, Natrium und Magnesium
95% anorganisch und besteht weitgehend aus Hydroxylapatit
Schmelz ist schmerzunempfindlich und säurelöslich
Die schmelzbildenden Zellen heißen Ameloblasten, Adamantoblasten oder Enameloblasten
Die Firma Cumdente GmbH hat eine Zahncreme auf den Markt gebracht, die mit flüssigem Zahnschmelz wirbt.
Das interessante dabei ist, es sind ebenso 1450 ppm Natriumfluorid enthalten.
Der aber für mich absolute Vorteil, ist die Kombination aus
Bisher ist es die einzige Zahncreme die beides vereint.
Zudem sind in der Zahncreme keine Alkohole zur Stabilisierung enthalten.
Und sie beinhaltet auch nicht das umstrittene SLS und NLS (Sodiumlaurylsulfat und Natriumlaurylsulfat).
Bei täglicher Anwendung einer fluoridierten Zahnpasta, kann aus dem Hydroxylapatit ein Fluorapatit werden.
Fluorapatit entsteht, indem sich Fluorid (F-) in das Hydroxylapatit einlagert.
Kommt es zu einem Säureanschlag, so werden Fluoridionen freigesetzt und können den Zahn vor einer demineralisation schützen. Fluoride reduzieren nachweislich die Kariesaktivität.
Aminfluoride bewirken bereits nach 20 Sekunden auf der Schmelzoberfläche eine Veränderung. Es bildet sich eine Kalziumfluriddeckschicht.
Bei Natriumfluoriden dauert es etwas länger und bei Natriummonofluorphosphat bildet sich gar keine Kalziumfluoriddeckschicht.
Fluoride haben eine antibakterielle Wirkung, indem sie den Stoffwechsel der Bakterienzelle hemmen
Fluoride hemmen die Demineralisation und fördern die Remineralisation
Durch Präparate > 1000 ppm bildet sich eine Kalziumfluoriddeckschicht
Bei Präparaten <1000 ppm ändert sich das Hydroxylapatit in Fluorapatit
Fluorapatit ist 6x Säureresistenter als Hydroxylapatit
Es heißt nicht Fluor- sondern Fluorid
Geliefert bekam ich mein Prophylaxe-Set in dieser Box.
Die Mundspülung und die Kaugummis sind nicht in dem Set enthalten.
In der Box sind noch Infobroschüren, die Aufschluss über die Wirkung der Zahncreme geben sollen.
Ich möchte euch kurz erzählen, warum ich mich für diese Zahncreme interessiert habe.
Alle Zahni’s unter uns wissen, dass wir mit unzähligen Proben versorgt werden. Auf Fortbildungen und Messen bekommen wir immer etwas. Natürlich habe ich diese Zahncremes auch getestet und sicherlich für gut befunden.
Ich habe aber schon immer das Problem gehabt, dass sich meine Schleimhaut schnell abschilfert. Das kann sehr unangenehm sein.
Warum ich mich dann für diese Zahnpasta entschieden habe , ist ganz einfach.
Ich bin mittlerweile so eingestellt, dass ich auf alles verzichten möchte was „chemisch“ ist. Und ich bin ein Fan von Produkten, die nur das Nötigste an Inhaltsstoffen hinzufügen.
Für mich sind aber Fluoride in der Zahncreme unumgänglich. In der täglichen Zahncreme sind Fluoride (1450 ppm Natriumfluorid) enthalten.
Zudem verzichten sie auf SLS und NLS. Seitdem ich diese Zahncreme nutze, habe ich keine Abschilferungen mehr.
Der Geschmack ist sehr angenehm und der Preis liegt mit 4,90€ für die Tube auch völlig im Normalbereich.
Das Ergebnis meiner Recherche ist, dass es keine Studie gibt die beweist, dass Hydroxylapatit wirklich wirksam ist.
Es gibt Untersuchungen in vitro (im Reagenzglas) die belegen, dass Zahnschmelz tatsächlich gezüchtet werden kann. Im Mund ist dies aber noch nicht bewiesen.
Es gibt Produkte mit Zink-Carbonat-Hydroxylapatit, welches durch die Zinkverbindung eine antibakterielle Wirkung haben soll. (Bio-Repair)
Andere Produkte setzen auf die Kombination von Fluorid und Hydroxylapatit. Durch das Fluorid kann sich die Kalziumfluoriddeckschicht bilden. Bei einem Säureanschlag werden dann Fluoridionen freigesetzt und sorgen somit dafür, dass die Schmelzoberfläche nicht demineralisieren kann.
Insgesamt könnte man sagen, dass sich „flüssiger Zahnschmelz“ bei einem Säureanschlag in die feinen Risse einlagert. Die Zahnoberfläche wird glatter und neue Plaque kann sich somit nicht so schnell festsetzen. Also hat es auch eine kariespräventive Wirkung.
Ich persönlich würde primär immer eine Zahncreme mit Fluorid empfehlen. Hydroxylapatit kann dabei unterstützend wirken.
Ich hoffe das euch dieser Artikel gefallen hat und euch im Praxisalltag bei der Patientenberatung helfen kann.
Eure Martina
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Achtung Karies
Natürlich bio.